Workshops

Auf dem Bundeskongress in Darmstadt (2015)

gestalteten Mechthild Seithe und Matthias Heintz  einen Workshop, in dem die Methoden einer fremdgesteuerten, betriebswirtschaftlich orientierten Kinder- und Jugendhilfe mit dem Fokus auf die ambulanten Hilfe zur Erziehung im Blickpunkt standen. Der gut besuchte Workshop gestaltete sich spannungsreich, da viele Teilnehmende aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe zunächst ihren Unmut über die heutige verkürzte und unzureichende Praxis äußerten und Tipps zur Gegenwehr dieser Deprofessionalisierung erwarteten. Es zeigte sich, dass dies gar nicht so einfach ist, da die KollegInnen in der Praxis oft in Abhängigkeiten stehen, die eine offene kritische Haltung gegenüber der verkürzten Praxis erschweren bis verunmöglichen. Dennoch konnten in dem Workshop verschiedene Formen des Widerstandes gegen die gängige Praxis erarbeitet werden. Deutlich wurde insbesondere, dass eine Offenlegung der Mangelsituation in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe gut vorbereitet sein sollte. Darüber hinaus ist es sehr ratsam, Widerstand und Kritik nicht alleine zu gestalten, sondern sich Verbündete zu suchen bzw. sich Organisationen, wie Gewerkschaften, dem Berufsverband DBSH oder Foren, Bündnissen oder Arbeitskreisen anzuschließen bzw. Letztere selbst zu gründen.
Da in dem Workshop  eine Reihe Studierender saßen, wurde auch deutlich, wie im Zuge des Bologna-Prozesses auch eine ökonomisierte Lehre der Sozialen Arbeit Oberhand gewinnt. Auch hier wurden Ideen erarbeitet, wie die Studierenden selbst sich gegen diese fachliche Enteignung ihres Studienfaches wehren und Alternativen entwickeln können.