Das Bündnis beim Bundeskongress Soziale Arbeit in Darmstadt

Bündnis KJH beim Bundeskongress Soziale Arbeit in Darmstadt

Vom 30.9. bis 2.10.2015 fand in Darmstadt der Bundeskongress Soziale Arbeit unter dem Motto: Politik der Verhältnisse, Politik des Verhaltens statt. Das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit nutzte die Teilnahme am Kongress für verschiedene Aktivitäten.
Zum einen wurde an einem Stand der aktuelle Aufruf zum Memorandum www.memorandumjugendhilfe.de präsentiert und die BesucherInnen zum Mitzeichnen des Aufrufs im Netz ermutigt. Der Aufruf zum Memorandum ist eine Aktion, mit der das Bündnis auf die gegenwärtigen Gefährdungen bzw. den Abbau der fachlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe durch politische Interventionen auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene aufmerksam machen will. Alle an einer fachlich qualifizierten und nachhaltigen Jugendhilfe Interessierten können durch Mitzeichnung des Aufrufs sich entsprechend zu positionieren.

Darüber hinaus gestalteten Mechthild Seithe und Matthias Heintz vom Bündnis einen Workshop, in dem die Methoden einer fremdgesteuerten, betriebswirtschaftlich orientierten Kinder- und Jugendhilfe mit dem Fokus auf die ambulanten Hilfe zur Erziehung im Blickpunkt standen. Der gut besuchte Workshop gestaltete sich spannungsreich, da viele Teilnehmende aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe zunächst ihren Unmut über die heutige verkürzte und unzureichende Praxis äußerten und Tipps zur Gegenwehr dieser Deprofessionalisierung erwarteten. Es zeigte sich, dass dies gar nicht so einfach ist, da die KollegInnen in der Praxis oft in Abhängigkeiten stehen, die eine offene kritische Haltung gegenüber der verkürzten Praxis erschweren bis verunmöglichen. Dennoch konnten in dem Workshop verschiedene Formen des Widerstandes gegen die gängige Praxis erarbeitet werden. Deutlich wurde insbesondere, dass eine Offenlegung der Mangelsituation in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe gut vorbereitet sein sollte. Darüber hinaus ist es sehr ratsam, Widerstand und Kritik nicht alleine zu gestalten, sondern sich Verbündete zu suchen bzw. sich Organisationen, wie Gewerkschaften, dem Berufsverband DBSH oder Foren, Bündnissen oder Arbeitskreisen anzuschließen bzw. Letztere selbst zu gründen.
Da in dem Workshop auch eine Reihe Studierender saßen, wurde auch deutlich, wie im Zuge des Bologna-Prozesses auch eine ökonomisierte Lehre der Sozialen Arbeit Oberhand gewinnt. Auch hier wurden Ideen erarbeitet, wie die Studierenden selbst sich gegen diese fachliche Enteignung ihres Studienfaches wehren und Alternativen entwickeln können.

Darüber hinaus wurde die Frage behandelt, wie der aktuelle Aufruf zum Memorandum begleitet und für die weitere Arbeit des Bündnisses genutzt werden kann.
Es wurde ein nächstes Bündnis-Treffen für Fr., den 15. Januar 2016 in Göttingen vereinbart.

Matthias Heintz, 8.10.2016

Comments are closed.