Das Landesjugendamt Schleswig Holstein schließt zwei Jugendheime in Dithmarschen. Grund ist der entwürdigende Umgang mit den Jugendlichen.

Solche profitorientierten Heime wurden im Zuge marktorientierter Liberalisierung  in den 1990er Jahren gesetzlich erlaubt. Wie wir aus den 1950-1970er Jahren in der BRD wissen, waren viele gemeinnützige (meist kirchliche) Jugend"fürsorge"anstalten nur dem Namen nach gemeinnützig und leider auch keine Garantie für gute Pädagogik. Die aktuell bekannt gewordenen "Methoden" im Friesenhof scheinen von den amerikanischen "Bootcamps" inspiriert zu sein. Leider erfreuen sich punitive (strafende) Methoden, entgegen erdrückender historischer Fakten über deren Scheitern (im Gegenteil: Traumatisierung der "Schutzbefohlenen") auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. "Totale Institutionen", in denen Kollektivstrafen, "Sportstrafen", "Time-Outs", Tokensysteme, Kontaktverbote und "völliges Ausgeliefertsein" gang und gebe sind, haben in den letzten 15 Jahren in Deutschland zugenommen, zu Zeit gibt es ca. 400 "geschlossene" Plätze für Jugendlichen in entpr. Heimen.

Der Hamburgische Sozialsenator Scheele zeigte sich "überrascht" ob der Entwicklung in Schleswig Holstein, obwohl Hamburg in den letzten Jahren mind. 80 Mädchen dort untergebracht hat und es viele Hinweise gab. Keine/r , auch nicht in den Sozialbehörden, wollte den Mädchen glauben ?

Presseveröffentlichungen dazu:

TAZ-Artikel 1

TAZ-Artikel 2 (7.6.2015)

TAZ-Artikel 3 (15.6.2015)

http://www.sueddeutsche.de/ (8.6.2015)

https://www.ndr.de/  (ein erschütternder Filmbericht)

 

Am 15. Juni 10:00-17:00 fand in Bremen eine Tagung statt gegen die Geschlossene Unterbringung im Rahmen der Jugendhilfe mit Prof. Michael Lindenberg aus Hamburg und Prof. Frank Bettinger aus Bremen, organisiert vom Bremer Flüchtlingsrat, dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS), dem Bremer Institut soziale Arbeit (BISA+E), in Kooperation mit dem Bremer Bündnis Soziale Arbeit (BBSA).

Weitere Infos zu dem Hintergrund dieser Tagung, dem Irrweg der Bremischen und Hamburgischen Senats- und Jugendhilfebehörden, ein geschlossenes Heim in Räumen der JVA Bremen für Jugendliche , besonders für "auffällige" umF (junge Geflohene ohne Eltern) einzurichten, finden sich hier:

http://bremerbuendnissozialearbeit.jimdo.com/aktionen-fachtage/robuste-jugendhilfe-debatte-geschlossene-unterbringung/

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