Mahnwache unseres Bündnis´ am 21. Mai 2015 von 11:00 – 16:00 Uhr anlässlich der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) in Saarbrücken 21.-22.05.2015

Mahnwache vor dem Konferenzort im Schlosshotel- Viktors, Schlossberg, Schlossstraße 27 -29, 66706 Perl-Nennig/Mosel (vom Bahnhof NENNIG ca. 1km Fußweg)

Wir verteilen dort unseren Aufruf zu einem Memorandum, der auf dieser WEB-Seite nachzulesen ist, um die versammelten Entscheidungsträger*innen zu ermahnen, sich auf den humanistischen und sozialpädagogischen Geist des SGB VIII zu besinnen, statt ihn zu unterlaufen. Die zu beobachtenden Praxen, Planungen und Gesetzesvorhaben schwächen diesen Geist, wenn sie ihn nicht sogar abschaffen und die neoliberale Sicht vom Sozialen auch in der Kinder- und Jugendhilfe durchsetzen wollen, die wir als Folge von „Reformen“ in anderen Sozialgesetzbereichen leider schon haben. Wir brauchen bei allen notwendigen Weiterentwicklungen kein neues Menschenbild im SGB VIII und keine neue Ideologie. Der Nützlichkeitsideologie und dem dahinterliegenden marktliberalen Geist gilt es, sich entschieden entgegenzustellen.

Wir stellen fest: Es scheint zur Zeit nur noch darum gehen, die kostenintensive professionelle Hilfe einzuschränken, um die angeblich zu hohen Ausgaben für den Bereich Soziales in den Griff zu bekommen. In diesen Debatten kommen Kinder und Jugendliche kaum mehr vor, und schon gar nicht die Kinder und Jugendlichen, die als Folge neoliberaler Politik zunehmend in unserer Gesellschaft von Armut und sozialer Ungleichheit betroffen sind.

Auf der Basis schon des bestehenden KJHG könnte eine sehr viel bessere und ehrlichere Kinder- und Jugendhilfe entwickelt werden, als sie heute besteht, wenn man sie wieder von der Budgethoheit und der marktwirtschaftlichen Dominanz befreien würde. Man könnte mit den von der Politik als so bedrohlich erlebten Summen, die heute in die Kinder- und Jugendhilfe fließen, eine um ein Vielfaches bessere Kinder- und Jugendhilfe praktizieren, wenn man das wirklich wollte und fachgerecht umsetzen würde.

Wir fordern deshalb eine Rückkehr zu Professionalität und Parteilichkeit entsprechend der vom §1 unseres Grundgesetzes und der UN-Kinderrechtskonvention ausgehenden Prinzipien.

Leitfragen für die Verantwortlichen sollten vielmehr sein:

Wie kommen wir weg von der politisch und gesetzlich forcierten Annahme, Kinder und Jugendliche seien Waren auf einem (Sozial)Markt , an dem sich profitorientierte Träger bereichern können ? Wie kommen wir weg von der Auffassung, sie seien im Wesentlichen Humankapital für die wirtschaftliche Verwertbarkeit in einer auf Markt und Profit reduzierten Gesellschaft ?

Wie finden wir zurück zu der Auffassung, dass Kinder- und Jugendliche von Geburt an würdevolle (§1 GG) Menschen sind, denen unsere Gesellschaft das Aufwachsen in einer förderlichen Umgebung schuldet? Angesichts des vorhandenen großen gesellschaftlichen Reichtums wäre die Schaffung der Voraussetzungen für eine gute Entwicklung aller Kinder- und Jugendlichen ein Leichtes. Es ist zudem die derzeitige neoliberale Austeritätspolitik und die u.a. daraus resultierende Verarmung selbst, die den Großteil der problematischen Lebenslagen von benachteiligten Kinder und Jugendlichen entstehen lässt.

Berlin, 3.5.2015

Dieses Dokument als pdf: Mahnwache Buendnis 21.5.2015 Saarbrücken JMFK

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