Buchempfehlung : “ Blutsbrüder “ von Ernst Haffner

"Blutsbrüder" von Ernst Haffner

Anfang der 1930er Jahre lebten in Berlin und anderen deutschen Großstädten infolge der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse tausende Jugendliche auf der Straße. Sie verdingten sich als Tagelöhner und Laufburschen, aber häufig führte ihr Weg sie auch in die Kriminalität oder Prostitution. Zuflucht und ein wenig Sicherheit und soziale Wärme fanden sie in selbstorganisierten Gruppen. Viele waren aus den (meist kirchlichen) "Fürsorgehöllen" geflüchtet. In stillgelegten Fabrikbaracken traf man sich, trank, tanzte und vergaß für einen Augenblick das Elend, das einen täglich umgab.  Poetisch und mit einem tieftraurigen Realismus folgt Ernst Haffner der Jugendbande „Blutsbrüder“, lässt den Leser teilhaben an ihrem oft grausamen Überlebenskampf und schildert den unbändigen Freiheitswillen der Jugendlichen.

Der Autor arbeitete 1925-1933 als Journalist und Sozialarbeiter in Berlin. Sein 1932 erschienener Roman "Jugend auf der landstraße Berlin" wurde von den Nazis verboten und öffentlich verbrannt. Die Spur von Ernst Haffner verliert sich ab 1933.

Der Aufbau-Verlag hat es nun 2015 wieder neu aufgelegt: Aufbau Taschenbuch    978-3-7466-3069-4

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