Ein wichtiger Schritt unseres Bündnisses in die Hochschule

Zu der Veranstaltung „Kinder- und Jugendhilfe am Scheideweg“ am 11. April 2013 an der Hochschule Magdeburg-Stendal/Standort Stendal

 

Mit großer Freude können wir über die Veranstaltung berichten, welche die Hochschule Magdeburg-Stendal am Standort Stendal am vergangenen Donnerstag in Kooperation mit unserem Bündnis durchgeführt hat. An dieser Stelle möchte ich im Namen unseres Bündnisses noch einmal der Hochschule und insbesondere unserem dort lehrenden Bündnismitglied Prof. Michael Klundt und dessen Team für deren großen Einsatz bei der Umsetzung dieses Vorhabens danken.

Ebenso möchte ich besonders unserem Bündnismitglied Prof. Dr. Reinhard Wiesner danken, der sich bereit erklärt hat, den Auftrag zu übernehmen, die Studierenden der Kindheitswissenschaften und der Rehabilitationspsychologie in Stendal in die Grundlagen und die Ethik des SGB VIII/KJHG einzuführen. Darüber hinaus konnten bundesweit viele Studierende der Sozialpädagogik und anderer an der Kindheit und Jugend orientierter Studiengänge diese Veranstaltung mittels Livestream mitverfolgen bzw. werden mittels Aufzeichnung in Kürze die Aufzeichnung der Veranstaltung unter www.buendnis-jugendhilfe.de anschauen können.

Reinhard Wiesner vollzog eine Art „Zeitreise“ durch die rund zwanzigjährige Geschichte des KJHG, an deren Ende er in der gegenwärtigen Situation viele Neuerungen, jugendhilfepolitische Vorhaben und Entwicklungen aufzeigen konnte, die in Teilen mit großer Sorge betrachtet werden müssen. Die allgegenwärtige Präsenz und Dominanz von betriebswirtschaftlichen Effizienzkonzepten, die Folgen eines unerträglichen kommunalen Kostendrucks sowie eine überhitzte Kinderschutzdebatte haben in unserem Fachbereich dazu geführt, dass dieses an Partizipation und Autonomie orientierte Gesetz zunehmend ausgehöhlt wird und damit die Gefahr droht, dass die Ziele der Reform des Kinder- und Jugendhilferechts zur Disposition gestellt werden. Diese Indikatoren und Symptomatiken wusste Reinhard Wiesner in seinem Vortrag präzise und für die Studierenden gut verständlich herauszuarbeiten und aufzuzeigen, welch gravierend negative Folgen dies für die AdressatInnen und die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe hat bzw. haben wird. Die im Anschluss an seinen Beitrag intensiv geführte Plenumsdiskussion hat verdeutlicht, mit welch differenziertem und kritischem Bewusstsein die Studierenden diese Sorge teilen und auch in ihrem Alltag wahrnehmen.

Am Ende gab es für verschiedene Organisationen, die sich gegen diese Entwicklung stellen, sich in die gegenwärtige Jugendhilfepolitik einmischen und aktiv an der qualitativen Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gestalten, die Gelegenheit, sich den Studierenden vorzustellen und zur Mitarbeit anzuregen und einzuladen.

Diese Veranstaltung macht unserem Bündnis im Ergebnis Mut und Hoffnung. Wir sind nun bereits in der Planung, diese Thematik und den Dialog mit den Studierenden in einer Reihe von Folgeveranstaltungen unter Nutzung der hier verwandten medialen Möglichkeiten fortzusetzen. Wir werden zu gegebener Zeit informieren und einladen.

 

Matthias Heintz, 13.4.13

 

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