Auf ein fachlich gutes neues Jahr 2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte an der Kinder- und Jugendhilfe,   ich hoffe, dass alle eine erholsame Zeit verbracht und einen schönen Jahreswechsel erlebt haben. Diese Zeiten sind geprägt von vielfältigen Formen fehlgeleiteter und kurzsichtiger Politik auch im Bereich der Sozialen Arbeit und speziell in der Kinder- und Jugendhilfe. Ob dies an mangelndem fachlichen Wissen der Politiker liegt oder an deren Bestreben, den Mechanismen eines freien Marktes immer mehr Raum zu verschaffen und durch Privatisierungskonzepte öffentliche Haushalte entlasten zu wollen, sei dahingestellt. Faktisch bewirkt diese Umsteuerungspolitik eine stetige Mehrbelastung der Fachkräfte an der Basis, verbunden mit oft unbefriedigenden bis vollkommen unzureichenden Ergebnissen, wenn wir diese an sozialpädagogisch relevanten Maßstäben bemessen. Zugleich sind wir davon überzeugt, dass diese betriebswirtschaftlich und verwaltungstechnisch geprägte Umsteuerung einen gigantischen Verwaltungsapparat wuchern lässt, welcher volkswirtschaftlich auf lange Sicht massive negative Konsequenzen bewirken wird. Fachliche Qualität zur Geltung kommen zu lassen, war auch aus Sicht der Volkswirtschaft, als diese noch nicht vom Neoliberalismus dominiert war, ein stabiler Faktor sinnvollen ökonomischen Handelns. Vor allem aber lässt diese neue Steuerungspolitik die Menschen, welche auf eine nachhaltige Hilfe setzen, die sie zur Selbsthilfe befähigt, immer umfangreicher im Stich. Im Gegenteil wird deren rechtlicher Anspruch auf Hilfe und Unterstützung mit zum Teil perfiden Methoden konterkariert. Überzogene Kontrollmaßnahmen auf dem Trittbrett einer teils hysterisch geführten und medial vermarkteten Kinderschutzdebatte bewirken darüber hinaus eine Diskreditierung der Mündigkeit und Selbstverantwortung der Bürger. Gegen all diese Entwicklungen gilt es sich deutlich zu wehren und die Aspekte der eigenen Fachlichkeit selbstbewusst dagegenzustellen. Ich möchte alle Kolleginnen und Kollegen ermuntern, diesen Teil unserer Professionalität in allen sich bietenden Situationen im Arbeitsalltag, aber auch in der Öffentlichkeit und in fachpolitischen Gremien zur Geltung zu bringen. Macht dies nicht alleine, sondern schließt Euch zusammen bzw. schließt Euch entsprechenden Organisationen oder Initiativen, wie der unsrigen, an. Wir haben nur gemeinsam eine Chance, gegen diese entpolitisierenden Technokraten, die sich oft  das Gewand zivilgesellschaftlich orientierter Humanisten überstülpen, zu bestehen. Lasst uns denen eine Professionalität entgegenstellen, die von Dialog und Teilhabe, die von Mündigkeit im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe geprägt ist. Eine Sozialpädagogik orientiert sich am Sozialen und wirkt dort pädagogisch, wo es darum geht, Menschen, die aus welchen Gründen auch immer vom Sozialen ausgeschlossen sind oder zumindest von Separierung bedroht sind, diese Teilhabe am Sozialen zu ermöglichen und zu sichern. Dies ist auch die Maßgabe, welche uns die UN unter dem Paradigma der "Inklusion" als zukünftige Orientierung richtungweisend an die Hand gibt. Unterhalb dieses Maßstabes sollten wir uns nicht bewegen.   Ich habe im vergangenen Jahr eine Dankesrede von Georg Schramm anlässlich seiner Preisverleihung des Erich-Fromm-Preises 2012 gefunden, die m.E. in bester Weise als Neujahrsansprache gelten kann, sofern wir uns überlegen, wie wir dieser von ihm aufgezeigten gesellschaftlichen Entwicklung begegnen können. Diese Aufgabe nimmt er uns –seiner kabarettistischen Professionalität sei es gedankt- nicht ab. Hier der Link:   http://www.youtube.com/watch?v=E8SMnCERMc8&feature=share&list=PL88F6301636C3B01B   Ich wünsche nun uns allen ein im oben beschriebenen Sinne gelingendes und ermutigendes Jahr 2013!   Matthias Heintz Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit

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