Glückwunsch, Dank und solidarische Grüße an alle Teilnehmenden des Aktionstages Soziale Arbeit

 

Liebe KollegInnen und Kollegen,

ich sende Euch solidarische Grüße und Glückwünsche zu dieser großartigen Aktion. 1000 PraktikerInnen und Praktiker der Sozialen Arbeit unter diesen bedrückenden rein marktorientierten politischen Bedingungen, das ist wahrhaft ein Erfolg! 

Auf die Beachtung einer größeren Öffentlichkeit brauchen wir derzeit nicht zu setzen. Die Menschen reagieren auf die chronische Zwangspolitik einer wirtschaftstotalitären Politik eingeschüchtert oder sie tun so, als hätte dies nichts mit ihrem Leben zu tun, so sie sich dies noch leisten können. Und die Nicht-Achtung der Presse? Wir haben doch keine wirklich freie und unabhängige Pressekultur mehr. Berichtenswert ist das Banale und Triviale oder die Mainstreamentwicklungen der neoliberalen Politik. Beispiel:

Nach den Kundgebungen und Protesten hunderttausender Portugiesen und Spanier vor wenigen Wochen hat die Troika dieses Aufbegehren und das beginnende Einknicken der portugiesischen Regierung mit weiteren Zwangsmaßnahmen beantwortet und die Regierung in Lissabon aufgefordert, ihren staatlichen Angestellten ein komplettes Monatsgehalt zu streichen, die Steuern nochmals drastisch zu erhöhen und die Renten erneut zu kürzen. Die Arbeitslosigkeit steigt nun in rasanter Geschwindigkeit und mit ihr der soziale Niedergang vieler Menschen in einer Gesellschaft, die sich Teilhabe, Bildung und Mündigkeit in der Nelkenrevolution 1974 nach 50 Jahren Diktatur erkämpft hatten. Und was erfahren wir aus der Presse darüber?

Lasst uns an solche Ereignisse, wie gestern dieser Aktionstag, anknüpfen, ob in Berlin, Hamburg, auf dem flachen Land, wo auch immer. Wir wehren uns gegen diesen strukturfunktionalistischen Totalitarismus, der unsere fachliche Arbeit im Speziellen zerstört und uns als BürgerInnen die Freiheit und die gesellschaftliche Teilhabe entzieht. Wir sind präsent, tauchen auf und mischen uns ein, wenn die Politiker ihr Navi auf Ökonomie programmieren. Im Bündnis Kinder- und Jugendhilfe - für Professionalität und Parteilichkeit haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Politiker es hassen, wenn wir PraktikerInnen vor den Türen ihrer Tagungsorte Mahnwachen abhielten, wo diese sich irgendwo trafen, um unseren Fachbereich dieser "marktkonformen Scheindemokratie" (Jürgen Habermas) anzupassen und umzusteuern. Erinnert Euch beispielsweise an die Aktion vor beinahe einem Jahr vor der Hamburgischen Landesvertretung: http://youtu.be/9HRnuTZJNI4

Das hatte gesessen und eine ziemliche Nachwirkung. Ob an dem Beispiel im Clip oder eben wie gestern. So geht es, ganz egal, ob Presse dabei ist oder nicht.

Euch nochmals Glückwunsch und solidarische Grüße aus Göttingen.

Matthias Heintz 

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