Mahnwache Kinder- und Jugendhilfe am 2. März 2012

 
Wir, die FachvertreterInnen der Kinder- und Jugendhilfe stehen hier, weil wir uns für eine Jugendhilfe einsetzen,
  • die den Hilfe suchenden Menschen eine Unterstützung bietet, welche ihren Problemlagen individuell und nachhaltig gerecht wird,
  • die unseren hohen fachlichen Anforderungen gerecht wird und zu deren Umsetzung wir angemessene Bedingungen brauchen.Qualitativ gute Arbeit erfordert sichere Arbeitsverhältnisse mit entsprechend verlässlichen Arbeitsverträgen.
  • die sich als eine Netzwerkarbeit versteht, in der individuelle und am Sozialraum orientierte Hilfen sich gegenseitig unterstützen und ineinandergreifen.Ein Auseinanderdividieren beider Arbeitsformen, wie es die Hamburger Jugendhilfepolitik derzeit gestaltet und als bundesweites Modell anpreisen will, werden wir nicht zulassen. Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und die Hilfen zur Erziehung brauchen ihre speziellen Arbeitsformen, wie sie zugleich aufeinander angewiesen sind, um wirksame Jugendhilfe gestalten zu können.
  • in die, im Hinblick auf die oben genannten Kriterien, nachhaltig und dementsprechend auch wirtschaftlich sinnvoll investiert wird. Kurzfristige Einsparpläne und eine vorrangig an zu knappen öffentlichen Mitteln ausgerichtete Jugendhilfepolitik, werden mittel- und langfristig in ihrer unzureichenden Wirkung mehr Kosten, vor allem aber nachhaltige Schäden bei den Betroffenen verursachen. Die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Groß Britannien sollte hier als warnendes Beispiel dienen.
Wir Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe müssen seit Jahren die Folgen einer Abwärtsspirale erleben und ertragen, die überwiegend von fachfremden Politikern durch kurzsichtige und unzureichende Maßnahmen auf den Ebenen des Bundes, der Länder und der Kommunen verursachen werden. Wir sind nicht bereit, die Folgen dieser Mangelpolitik auf unserem oder auf dem Rücken der davon betroffenen Familien austragen zu lassen bzw. dies zu verantworten.
Ebenso wenig sind wir bereit, die zunehmenden Folgen einer an reinem ökonomischem Wachstum orientierten Wirtschaft aufzufangen, die sich längst aus ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung verabschiedet hat. Diese produziert auf verschiedensten Ebenen in eklatanter Weise Verlierer, auch und gerade unter Kindern und Jugendlichen.
 
Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit
V.i.S.d.P.: Matthias Heintz

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